Tipps und Tricks

Wissenswertes zum Umgang mit Blitzen und dem Vermeiden von Punkten


Was man zu Radarfallen, Flensburg und dem Punktesystem wissen sollte

Über das Punktesystem beim Verkehrszentralregister im Kraftfahrt-Bundesamt Flensburg hofft man notorische Verkehrsregelverletzer zu disziplinieren. Daher ist umgangssprachlich von „den Punkten in Flensburg“ und der „Verkehrssünderkartei“ die Rede. Diese Einrichtung gibt es seit 1958 und das populäre Erfassungsmittel zu ihrer Fütterung, die Radarfalle, fast ebenso lange, nämlich seit 1959. Erste Radaranlagen zur Verkehrsüberwachung wurden drei Jahre vorher auf einer Polizeimesse vorgestellt. Mittlerweile sind ein paar andere technischen Möglichkeiten, juristisch belastbare Beweise einer Geschwindigkeitsübertretung zu dokumentieren, hinzugekommen. Das Verkehrszentralregister dient als Sammelstelle für Strafpunkte, bei deren Überschreitung eines vordefinierten Limits Maßnahmen zu Fahrverbot und Führerscheinabnahme fällig würden. Dem Ansammeln von diesen Punkten stehen jedoch auch Tilgungsfristen für bestehende entgegen.

Die Mehrzahl aller Eintragungen hat mit Geschwindigkeitsübertretungen zu tun, nämlich 58 Prozent (im Jahr 2006). Eingesetzt wird die Radarfalle, gleich auf welcher Messmethode begründet, von Ordnungsämtern innerhalb der Kommunen und teils durch die Polizei, teils von Kreisverwaltungen auf außerörtlichen Strecken. Das Punktesystem arbeitet in Stufen: im aktuellen System bedeuten bis zu drei Punkte nur eine Vormerkung (alt: 7 Punkte), bis fünf erhält man eine Ermahnung (waren 13), bis sieben Punkte folgt dann eine Verwarnung (früher 17) und ab acht Punkten (vormals 18) wird die Fahrerlaubnis entzogen; der Führerschein ist futsch. Auf dem Weg dahin wirkt das System über die Punkte erzieherisch, ab dem Führerscheineinzug soll es andere Verkehrsteilnehmer vor weiteren Verkehrsrowdytaten schützen.

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Welche Typen der Radarfalle sind wo im Gebrauch?

Ganz grob unterscheidet man dabei zwischen stationären, also fest verbauten Blitzanlagen, und den mobilen Einheiten, die sich mehr oder minder geschickter Tarnung bedienen. Mobil kann in diesem Zusammenhang bedeuten, dass sich die Radarfalle selbst bewegt, nämlich in einem fahrenden Auto, das sowohl ein Polizeiauto als auch ein Zivilfahrzeug sein kann. Dann werden Messungen daraus zu anderen Fahrzeugen in der Kolonne unternommen. Besonders interessante Aufstellungsorte für jegliche Art Geschwindigkeitsmessung sind die Übergangszonen von einer (schnelleren) Tempozone in eine (langsamere) andere, wo der Autofahrer nicht schnell genug drosselt. 30er Zonen fallen besonders schwer einzuhalten und werden darum gerne überprüft. Und unter diesen besonders die vor Schulen. Ein klassischer Platz zum Blitzen ist auch die Ortseinfahrt, wo meist auf 50 km/h innerorts abgebremst werden muss und dies nicht schnell genug geschieht.

Die fest installierten Radarfallen werden umgangssprachlich ‚Starenkästen‘ genannt wegen ihrer Ähnlichkeit zu Vogelhäusern mit Fluglöchern (der Linse am Radarmessgerät). Sie sind leicht zu erkennen auf ihren Säulenpodesten und dienen eher der Abschreckung. Neben Radarmessung benutzt man Induktionsschleifen in der Fahrbahn oder Piezosensoren. Neueren Datums und unscheinbarer sind Säulen die wie Verkehrspoller aussehen (ohne auffällige Lackierung) und mit Laseranlagen messen, genannt ‚Lidar‘. Früher legte man dünne Schläuche quer über die Fahrbahn, über die eine Druckveränderung gemessen und ausgewertet wurde. Unabhängig von Geschwindigkeit wird der Blitzer hinter Ampeln ausgelöst, wenn jemand bei Rot auf die Kreuzung einfährt – wohl ausgelöst per Induktionsschleife, die an Ampelphasen gekoppelt wurde, also nur bei rot aktiv ist. Mobil gemessen wird über Radar, Laser oder Lichtschranke (einseitig oder beidseitig der Fahrbahn) von Geräten, die auf Stativ (und etwas getarnt) aufgestellt werden, aus parkenden Autos heraus oder handgehalten operieren. Zu den mobilen Methoden zählt auch das Fahren in gleichem Abstand zum Zielobjekt und der der Messung übers Police-Pilot-System währenddessen, dazu hat dieses Fahrzeug einen geeichten Tacho und zeichnet auf Video auf.

Das Punktesystem

Per Regel ziehen alle Ordnungswidrigkeiten, die ein Bußgeld von mehr als 60 Euro nach sich ziehen und den Verkehr gefährdeten, einen Punkt in Flensburg nach sich. Weiter differenziert man nach der Schwere des Vergehens: ein Punkt für einen schweren Verstoß, zwei für einen sehr schweren Verstoß und drei für eine echte Straftat, die mit einem temporären richterlichen Fahrerlaubnisentzug verbunden ist. Verjährungen arbeiten dem mit zweieinhalb (bei Ordnungswidrigkeiten), fünf (bei schweren Verstößen) und zehn Jahren (Straftaten) bis zur Tilgung entgegen. Wenn man nun die Geschwindigkeitsübertretungen speziell untersucht, entdeckt man die Unterscheidung nach innerorts und außerorts. Ab 21 km/h bis 30 km/h Übertretung gibt es innerorts einen Punkt, ab 31 km/h dann zwei Punkte.

Fahrverbote kommen schrittweise hinzu, ab 61 km/h zuviel sind es schon 3 Monate Führerscheinentzug. Die Bußgelder in dem Zusammenhang steigen natürlich auch an, sind aber hier nicht das Thema. Außerorts sieht es so aus, dass die Radarfalle bei gemessener Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit um 21 bis 40 km/h einen Punkt einbringt, von 41 bis über 70 km/h wird der Fahrer mit zwei Punkten in Flensburg belastet. Das höchste Fahrverbot mit drei Monaten setzt ebenfalls bei über 70 km/h Überschreitung ein. Alle Angaben gelten nach einem Toleranzabzug, der allerdings nicht einheitlich überall gleich groß gehandhabt wird, er beträgt von 3 km/h bis maximal 20 Prozent beim Nachfahren mit nicht geeichtem Tacho. Unabhängig von der Geschwindigkeit können noch Punkte hinzukommen, wovon die Teilnahme an einem illegalen Rennen mit zwei Punkten am höchsten wiegt.

Die anderen Regeln hierzu sprechen von ‚nicht angepasster‘ Geschwindigkeit trotz sicherheitseinschränkender Bedingungen wie Bahnübergängen, schlechter Sicht oder Gefährdung von Kindern, Älteren und Hilfsbedürftigen. Auch mangelnde Abstände zum Vordermann erzeugen Eintragungen in Flensburg, dieses Auffahren kann ja auch infolge von zu hohem Tempo geschehen.

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Gegenmaßnahmen aller Art und rechtliche Mittel gegen Flensburg

Die beste Art sich gegen Blitzer zu schützen ist neben der Ortskenntnis und Beachtung der Vorschriften die Auswertung von Blitzerwarnungen in Radiostationen, Webseiten, welche Blitzermeldungen sammeln und auf Karten aufbereiten, Apps zum Thema für das Smartphone und Navigationsgeräte, die bekannte Blitzer anzuzeigen vermögen. Diese werden auch eine akustische Warnung aussprechen, wenn man sich dem angegebenen Ort nähert. So lange dazu kein Grundsatzurteil gesprochen ist, ist der Gebrauch des Navi-Blitzwarners eine rechtliche Grauzone und die Meinungen über die Legalität im Sinn von §23 Abs. 1b StVO gehen auseinander, weil ein Navi eben (hauptsächlich) ein Navigationsgerät ist. Verurteilt wurde deshalb bislang nur ein Fahrer.

Übrigens bekommt man dafür auch einen Punkt in Flensburg, wenn es denn wirklich ‚ein Gerät zur Störung oder Anzeige von Geschwindigkeitsmessungen‘ ist. Ganz klar problematisch sind Folien über dem Kennzeichen um es unleserlich zu machen oder Strahlen zu reflektieren, oder aktive Blitzstörgeräte. GPS-basierte Radarwarner sind unumstritten illegal. Bei Laser-Jamming-Geräten gibt es welche, die sich umschalten lassen von passiver Warnung auf aktives Stören des Messlasers. Das geschieht über Verwirrung per Lichtimpulse im Infrarot-Bereich. Die Emitter versagen jedoch in einer ‚herkömmlichen‘ Radarfalle ohne Laser. Daher sind die teuersten dieser illegalen Geräte mehrfach aktiv mit GPS, Radar- und Laserwarner in einem.

Rechtliche Mittel können versuchen, die Genauigkeit der Messung anzufechten, die Identität des Fahrers zu leugnen (wenn kein Frontfoto vorhanden ist) oder wenn die Messung allzu dicht (unter 150 m) von dem Hinweisschild der sich ändernden Höchstgeschwindigkeit erfolgte, die nicht mögliche Reaktionszeit des Fahrers bemängeln. Nach einer Sachverständigen-Organisation wurden unter 1810 überprüften Messungen einer Radarfalle 5 Prozent gefunden, die technisch unbrauchbar waren, 62 Prozent bei denen die Beweisführung Mängel enthielt und 18 Prozent der Bußgeldbescheide enthielten Formfehler.