Flensburg

Alles was Sie über Flensburg und das Kraftfahrt Bundesamt wissen müssen

Das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg

Das Kraftfaht-Bundesamt, kurz KBA, hat seinen Sitz in der nach dem wesentlich kleineren Glücksburg nördlichsten Stadt Deutschlands. Flensburg liegt an der Ostsee nahe an der Dänischen Grenze. Die Stadt wurde 1248 erstmals erwähnt und war über Jahrhunderte hinweg ein bedeutendes Handelszentrum, obgleich die Stadt nie zur Hanse gehörte. Bis zum Deutsch-Dänischen Krieg 1864 gehörte Flensburg zu Dänemark, danach fiel sie an Preußen.

Die kleine Stadt mit 85.000 Einwohnern (Stand 2014) ist heute in ganz Deutschland nur durch eins bekannt: die im Volksmund so genannte Verkehrssünderkartei, die offiziell bis 2014 Verkehrszentralregister (VZR) und seitdem Fahreignungsregister (FAER) heißt.

Aber das Führen dieses Registers ist nur eine Aufgabe des Kraftfahrt-Bundesamtes; seine Aufgaben sind insgesamt:

1. Das Führen des Fahreignungsregister (FAER)
2. Das Registrieren aller zugelassenen Fahrzeuge in Deutschland im Zentralen Fahrzeugregister (ZFZR)
3. Im Zentralen Fahrerlaubnisregister (ZFER) werden alle Führerscheininhaber erfasst, sowie besondere Fahrerlaubnisse, z. B. Erlaubnis zur Fahrgastbeförderung, aber auch Fahrverbote und Führerscheinentzüge.
4. LKW- und Busfahrer müssen die Einhaltung ihrer Lenk- und Ruhezeiten nachweisen. Diese werden auf Kontrollgerätekarten aufgezeichnet, die über das Zentrale Kontrollgerätekartenregister (ZKR) verwaltet werden.
5. Alle diese Daten werden dann im Zentrale Verkehrs-Informationssystem ZEVIS (Halterdatei) zusammengefasst, auf das die Polizei und Staatsanwaltschaft wie auch andere Verwaltungsbehörden sowie Versicherungen online zugreifen können.

Das Kraftfahrt-Bundesamt ist auch für die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen zuständig, und kann Rückrufe von Fahrzeugen, bei denen im Betrieb bauartbedingte Mängel festgestellt wurden, anordnen.

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Kurze Geschichte der Behörde

Das Kraftfahrt-Bundesamt wird 1951 durch Gesetz gegründet und 1952 in Flensburg errichtet.
Es löst die in der Nachkriegszeit gegründete „Sammelstelle für Nachrichten über Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugführer“ in Bielefeld ab.

Es hat drei Vorläuferorganisationen in Berlin, die unabhängig voneinander arbeiteten:

1. Die 1910 gegründete „Sammelstelle für Nachrichten über Führer von Kraftfahrzeugen“, die das Entziehen oder Versagen von Fahrerlaubnissen verwaltete
2. 1934 wurde die „Sammelstelle für Nachrichten über Kraftfahrzeuge“ eingerichtet, die alle zugelassenen Fahrzeuge registrierte;
3. und 1937 die „Reichsstelle für Typprüfung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen“. Mit wurden erstmals einheitliche Sicherheitsstandards für in Serie gefertigte Fahrzeuge und Fahrzeugteile eingeführt.

Es ist eine Bundesoberbehörde, die dem Verkehrsministerium untersteht. Ausdrücklich wird im Gesetz festgelegt, dass Landesbehörden und Prüfstellen ihm nicht unterstehen.

1974 wird das Mehrfachtäter-Punktsystem eingeführt. Mit diesem Punktesystem ist das Kraftfahrzeug-Bundesamt in das Bewusstsein der meisten Bürger unseres Landes getreten, denn diese „Verkehrsünderdatei“ betrifft viele Führerscheininhaber.

1999 wird das Punktsystem reformiert und ein bundeseinheitliches Bonussystems geschaffen.

2014 wird durch eine Reform das Punktsystem vereinfacht .

Das Punktesystem

Deutschland war das erste Land weltweit, dass ein solches Punktesystem (oder auch: Punktsystem) eingeführt hat.
Die Idee dahinter ist es, Autofahrer zu erfassen, die wiederholt gegen Verkehrsbestimmungen verstoßen oder Verkehrsdelikte begehen. Durch Androhung des Führerscheinentzuges sollen sie veranlasst werden, besser die Verkehrsregeln einzuhalten. Wenn dies nicht ausreicht, wird der Führerschein befristet oder dauerhaft eingezogen und so die Allgemeinheit geschützt.

Nach der Reform von 2014 gilt:

Je nach Schwere des Verkehrsdelikts bekommt der Autofahrer bis zu drei Punkten. Überschreitet er sieben Punkte, wird ihm der Führerschein entzogen.

  • Ordnungswidrigkeiten, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen (z.B. Geschwindigkeitsüberschreitung mit mehr als 20 km/h), werden mit einem Punkt bewertet.
  • Ordnungswidrigkeiten, die die Verkehrssicherheit in besonderer Weise beeinträchtigen (z.B. überfahren einer Ampel, nachdem diese schon 1 Sekunde auf Rot zeigt) oder Straftaten ohne Entziehung der Fahrerlaubnis, führen zu zwei Punkten.
  • Schwere Straftaten (z.B. Straßenverkehrsgefährdung unter Alkoholeinfluss), bei denen die Fahrerlaubnis entzogen oder eine isolierte Sperre verhängt wird, werden mit drei Punkten geahndet.

Nach einer gewissen Zeit werden die Punkte getilgt. Bei leichten Ordnungswidrigkeiten nach zwei Jahren und sechs Monaten, sonst nach fünf Jahren, bei schweren Straftaten erst nach zehn Jahren.

Erreicht man vier oder fünf Punkte wird man kostenpflichtig ermahnt. Durch die freiwillige Teilnahme an einem Fahreignungsseminar wird einem ein Punkt erlassen. Dies ist einmal innerhalb von fünf Jahren möglich.

Bei sechs oder sieben Punkten wird man kostenpflichtig verwarnt. Ein Punkteabbau durch eine Seminarteilnahme ist nicht mehr möglich.

Will man nach einem Führerscheinentzug den Führerschein neu machen, muss man vor der Neuerteilung an einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) teilnehmen. Das Ergebnis dieser Untersuchung entscheidet dann über die Erteilung der Fahrerlaubnis.

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Kontaktmöglichkeiten

Wenn Sie über einen neuen Ausweis mit Chip verfügen, wenn Sie diesen aktiviert haben, wenn Sie die nötige Software installiert haben und über ein Kartenlesegerät verfügen, dann können Sie online eine Auskunft über Ihren Punktestand anfordern. Sie merken, es ist etwas kompliziert.

Auf den Internetseiten des Kraftfahrt-Bundesamt (www.kba.de) finden Sie eine Vielzahl von Formularen, die Sie ausdrucken und ausfüllen können und dann per Brief oder Fax an das Kraftfahrt-Bundesamt senden können.

Wenn Sie sich in Flensburg oder Umgebung aufhalten, könne Sie eine Punkteauskunft direkt vor Ort erfragen. Wochentags wird Ihnen nach Vorlage eines amtlichen Ausweises zwischen 9:00 und 15:00, Donnerstag bis 17:30 Uhr Auskunft erteilt im „Auskunftspavillon“ am Sitz des Kraftfahrt-Bundesamt, Fördestraße 16, 24944 Flensburg.